Blaupause einer Illusion

Aramis Freiherr von Maltzahn steht auf dem Buchcover in einem See und sieht der Sonne entgegen.

Aramis Freiherr von Maltzahn stellt sich den Wunden seiner Kindheit. Dabei muss er lernen, dass die Vergangenheit mit Illusionen verhüllt ist.

 

Ein Sturm zieht am Seelenhorizont auf und verblättert die Seiten der Vergangenheit. Unfähig, ihm aufgezwungene Lügen noch länger ertragen zu können, begibt sich Aramis Freiherr von Maltzahn auf eine Reise, an deren Ende der Sonnenuntergang einer glücklichen Kindheit steht. Dabei seziert er die Wunden, welche er aus Angst vor Zurückweisung hinter Illusionen versteckte, und lässt sie an das Tageslicht kommen. Mit seinem Debüt verwebt Aramis Momente der Trauer, Angst und Wut zu einer Erzählung, die als Gegenentwurf zu jener Fürsorge steht, unter deren Bannern er emotional missbraucht wurde. So löst er sich von den Unwahrheiten, die ihn in Nachwirkungen der psychischen Gewalt zirkulieren lassen und seine Fähigkeit zu lieben noch immer bestimmen. Aramis Freiherr von Maltzahn nimmt Abschied von Träumen, in denen er zu lange verweilte und lässt sein Herz von dem Sonnenaufgang einer neuen Ära erwärmen. Zum ersten Mal in gebundener Form, erscheint nun eine zusammenhängende Erzählung des emotionalen Wachstums. Sie wurde zum Verweilen erschaffen.


Buch (Softcover)
20,99 €
 

Leseproben

 

 

Krieg der 20 Poeten
 

Blut vermischt sich auf der Rüstung 

mit irgendetwas, was auf uns fällt.

Rote Sonnen sterben

und ich komme nicht umhin, es wunderschön zu finden.

 

Man sollte wissen, wann die Schlacht verloren ist,

aber ich halte in der Hand ein Schwert.

Karmin überall,

erinnert mich an das Gebären von Allegorien,

die Schmerzen verständlich machen sollen,

aber nur von meinem Sterben zeugen.

 

Iphigenie,

verrate nicht mein Geheimnis;

vermag nichts anderes zu schreiben

als Elegien.

Wie das Gelege eines Drachen,

der seine Welt aus Depression baut

und Erfolg in Trauer riecht.

 

Zu viele sterben an den Fronten

die ich um mich schlage.

Und was ist das, was auf mich herabfällt?

 

Wie lange kann ich noch das Gedicht sein,

welches man mit der leeren Patrone schreibt?

Die Zeilen verlieren an Material,

die Strophen werden unlesbar,

bis nichts mehr von der Idee übrig bleibt,

bis nichts mehr von mir übrig bleibt.

Bis ich die Prophezeiung nicht mehr lesen kann.

Also ziehen 20 Poeten in den Krieg,

haben Hoffnung verloren,

haben ihre Musen sterben sehen.

Mit Federkielen auf dem Wappen,

tragen sie ihre Schmerzen wie einen Schild.

 

Und was wird noch von mir bleiben,

wenn alle tot sind, die mich lieben?

Was wird von uns bleiben,

wenn niemand meine Gedichte liest?

 

Die Rüstung voll Rost,

Schreie in der Luft.

Ein Sturm wird kommen,

kann ihn fühlen,

kann er sein.

 

 

 

Aramis stützt sich auf einen Gehstock. Er hebt sich in Mantel und Kleid vom Himmel ab.
Aramis Freiherr von Maltzahn hält sich einen Grammophonlautsprecher an die Brust. Er trägt eine Krone aus Zweigen und schwarze Kleider.
Aramis sitzt in weißem Hemd und rotem Kleid auf einer Wiese. In seiner Hand hält er ein Glas mit roter Flüssigkeit,

 

 

Femme Fatal der Postmoderne
 

Meine Nägel sind wieder bunt;

scheinen so rot, wie das Siegelwachs,

welches meine Wünsche zu Geheimnissen machte.

Die nur lesen kann, wer mich erbricht.

 

Rot wie Blut

bohren sich Ringe durch meine Ohren.

Erinnern mich an Diamanten,

die mein Herz durchlöcherten.

 

Leder bedeckt jetzt meine Schultern,

schützt mich vor der Gewalt des Regens.

So wie meine Haut es tat,

als seine Stürme über meinen Körper rollten.

 

Die Absätze an meinen Füßen,

sind groß genug, um Klippen zu übergehen.

Müssen es tun, um meinen Schritten gerecht zu werden,

die über jeden seiner Risse stolzierten.

 

Ich bin wieder die Urgewallt meiner Selbst.

Die Femme Fatal der Postmoderne.

Verschlinge jede Jungfrau an meiner Schwelle,

bis selbst Liebe sich vor meinen Füßen wälzt. 

 

 

Aramis stützt sich auf einen Gehstock und ist in vielen Schichten gekleidet. Er blickt auf den Horizont.

 

 

3 Söhne wurden zu 2 Männern

 

[...]

 

Vater, 

Du erntest nur, was Du sähst.  

Und diesen Samen hast Du in die Welt gepflanzt. 

Er wurde mit Hass gezüchtet 

und Rivalität. 

Sie hat mit Misogynie gegossen 

und Homophobie als Dünger verwendet. 

Alles für den Boden, der auf Rassismus fußt. 

 

Sieh Dir das Werk an. 

Dein Sohn hält sich für das Beste, 

erzähl ihm, dass Errungenschaften keinen Menschen definieren

und erklär mir, dass Du stolz bist, dass ich das weiß. 

Sprich mit ihm, 

sag, was er falsch macht 

und lobe meine guten Taten. 

Stets war es anders. 

 

Vater, 

Du hast drei Söhne gezeugt, 

aber einer wurde zur Frau aufgezogen. 

Immer am Leiden unter ihren Brüdern, 

betrachtet als der Schatten der Männer ihres Lebens. 

Für andere am Bluten. 

In Kleidung gesteckt, die sie nicht tragen wollte. 

Immer am Rennen, immer verfolgt. 

Schwächer als ihre Freunde, 

sich im Spiegel nicht wiedererkennend, denn er ist zum Porträt geworden. 

 

Geboren wurde er mit Brüsten 

lange bevor er wusste, warum sie angestarrt wurden. 

 

Die Tochter eines Narren

und Schwester von Narzissten. 

 

Diese Tochter, 

Vater die war ich. 

Du hast immer nur Deine Jungs gesehen 

und daneben stand ich. 

 

Also sag mir, 

bist Du stolz, 

dass er trinkt? 

Wie findest Du die Zeilen, die ich schreibe? 

Die sich nicht reimen, 

wie mein Leben sich nie gereimt hat, 

denn kein Vers war auf den nächsten eingestimmt, 

wusste ich doch nie, welche Waffe die nächste Zeile sein konnte.

 

Vater. 

 

Er trinkt wieder 

und ich schreibe. 

Er ist es, der alles hat

und schon immer mehr wollte. 

Ich bin es, der alles verloren hat. 

Lustig, wenn man bedenkt, dass Du mir nie etwas gabst. 

 

Vater, er trinkt wieder. 

Aber ich bin es, der ertrunken ist. 

Denn meine Röcke waren zu schwer 

und Deine Söhne stießen mich von Bord. 

Du hattest die Hoffnung aufgegeben, 

also warfst Du mir den Ring zu und fuhrst das Schiff gegen den Berg, 

auf, dass ich ein zweites Mal untergehe, 

gerade als ich meine Hoffnung wiedergefunden hatte. 

 

Vater, 

wäre ich ein Mann,

dann 

hätte ich mir nicht Anstand beibringen müssen. 

Ich wäre durch die Welt spaziert in dem Wissen, mein Territorium überall markieren zu können. 

Und mit mir die Sintflut. 

 

Du hast Deine Söhne verloren 

an das Patriarchat. 

Und Deine Tochter ist gestorben, 

Du hast sie ertrinken lassen.

 

Eine rote Rose liegt auf einem Baumstamm und wird von der Schwertklinge zerschnitten.
Nahaufnahme eines Oberkörpers in kindlicher Kleidung. Viele Ringe an den Fingern umklammern dornige Rosen und sind mit ihnen verkettet.
Aramis von Maltzahn watet aus dem See, in seiner Hand ein Schwert, auf seinem Haupt eine Krone aus Strauch.


Playlist zum Buch

© Mario & Aramis Freiherr von Maltzahn 2026 

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